Aktuelles aus der Bibliothek

Die HBH bleibt zunächst bis zum 20. April 2020 geschlossen, um der weiteren Ausbreitung von COVID-19 entgegenzuwirken. Alle in diesem Zeitraum ablaufenden Leihfristen werden automatisch verlängert.

Tea Time: Mittwoch, 11. März 2020 / 16 – 18 h

Thema: Neue Serie: Methoden in der Homöopathie

„Die Anwendung des Symptomenlexikons | SL”

Referentinnen: Bettina Gottschlich und Sabine Wenk

(Heilpraktikerinnen | langjährige Anwendung des SL)

Haben Sie inzwischen vom Symptomenlexikon | SL gehört? Und wussten Sie, dass schon Hahnemann es als Arbeitswerkzeug herstellen wollte? Er konnte dafür seinen geschätzten Kollegen G.H.G. Jahr gewinnen. Dieser arbeitete ein Jahr lang am ersten Band dieses Werkes, musste letztlich aber erkennen, dass der geschätzte Gesamtumfang mit damaligen Mitteln einfach zu groß war, um es zu Lebzeiten fertigstellen zu können. Wie es kam, dass es heute doch ein vollständiges Symptomenlexikon gibt und weshalb wir es in einer modernen homöopathischen Praxis für Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen dringend benötigen, erfahren Sie an diesem Nachmittag.

Wir beleuchten, was genau Hahnemanns Idee von der ‚ächten Heilkunst’ war. Wie war sein Vorgehen zum Auffinden des Simile? Und worauf kommt es dabei wirklich an?

Erfahren Sie von dem wahren therapeutischen Umfang unserer Materia Medica, der weitaus größer ist, als sich mit bisher gängigen Repertorien ermitteln lässt. Entdecken Sie ein digitales Werkzeug, das uns den großen Schatz der Arzneimittelprüfung differenziert und mit leichter Hand zugänglich macht und mit dessen Hilfe die Verschreibungssicherheit deutlich ansteigt.

Die Referentinnen Bettina Gottschlich und Sabine Wenk sind langjährige Anwenderinnen dieser Methode und unterhalten eigene Naturheilpraxen in Itzehoe und Hamburg. Sie sind Veranstalter der Ausbildungsreihe zur „Anwendung des Symptomenlexikons” mit Michael Kohl in Norddeutschland. Die nächste Ausbildungsreihe 2020 in Hamburg startet am 21./22. März mit „SL I – Einführung und Grundlagen”. Bettina Gottschlich leitet darüber hinaus Supervisionen zum Thema. Nach dem Vortrag freuen sich beide Heilpraktikerinnen auf Ihre Fragen und einen aktiven Austausch.

 

Nachbericht Teatime am 27.11.2019

„Die Cholera in Hamburg 1892 – eine vermeidbare Katastrophe?“


Erst füllte sich die Bibliothek mit Besuchern, dann die Tassen mit Tee – es war Zeit für einen Blick
zurück in ein Hamburg, in dem man, wie auch heute, besser nicht aus der Elbe trinkt. Denn das war
vermutlich der Grund für den Beginn einer Epidemie, die vielen damaligen Zeitgenossen das Leben
kostete, wie uns die Apothekerin Petra Otto im ersten Teil des Vortrags berichtete. Mit freundlicher
Unterstützung des zunehmenden Seeverkehrs nahm die Cholera ihren Weg über Asien und
Osteuropa und erreichte Hamburg im August 1892. Was sie dort vorfand, gefiel ihr offensichtlich so
gut, dass sie sich mit hoher Geschwindigkeit ausbreitete. Mit Fäkalien verseuchtes (Trink-)wasser,
Mangelerkrankungen und -hygiene sorgten dafür, dass bereits sechs Tage nach dem ersten
Krankheitsfall 36 Tote und 115 Erkrankungen gezählt wurden. Wenige Tage später warnten endlich
auch die Behörden, die zuvor noch die Todesfälle aus wirtschaftlichem Interesse verheimlicht hatten,
vor der Cholera. „Gegen die ausgebrochene Krankheit gibt es erfahrungsgemäß kein Mittel“, so der
Wortlaut der damals veröffentlichten „Schutzmaßregeln“.
Eine Aussage, die im Anbetracht der ergriffenen Maßnahmen nicht verwunderlich ist, wie die
Apothekerin Beate Thorbeck im zweiten Teil erläuterte. Die Versuche einer inneren Reinigung mit
Brechmitteln, Tannin oder sogar purer Seife wirkten wahrscheinlich ähnlich lebensverkürzend wie
Aderlässe und spanische Fliegen. Sicherlich hilfreicher wären die Kochsalz-Infusionen gewesen, aber
die genutzten Nadeln waren meist zu dick und/oder unsteril, so dass Embolien und Blutvergiftungen
die Folge waren. Auch viele andere Versuche mit zum Teil hochgiftigen Substanzen konnten nicht
verhindern, dass die Sterblichkeit in den Krankenhäusern mit circa 50 % fast genauso hoch war wie
bei den unbehandelten Fällen.
Schließlich erörterte die Hamburger Ärztin Dr. Jutta Hübner im abschließenden Teil die
homöopathische Therapie der Cholera am Beispiel ihres Kollegen Dr. Ludwig Hesse, ein Militärarzt,
der genaue Statistiken über seine Behandlungen führte. Im Gegensatz zu der ansonsten sehr hohen
Sterblichkeitsrate gelang es ihm mit Hilfe von homöopathischen Arzneien wie Camphora, Veratrum
album und Cuprum, erhöhter Flüssigkeitszufuhr und schweißtreibenden Maßnahmen ungefähr 80 %
seiner Patienten im Leben zu halten. Übertroffen wurden seine Zahlen noch von dem
Laienhomöopathen Paasch, der in dem Mittel Arsenicum album vermutlich den Genius epidemicus
gefunden hatte. Von seinen 312 Patienten überlebten 300 die Epidemie – also mehr als 96 Prozent!
(Eine Zahl, die auch relativ gut übereinstimmt mit den Erfolgsraten erfahrener homöopathischer
Ärzte in den USA und Großbritannien bei früheren Cholera-Epidemien.) Gemeinsam mit allen
anderen Überlebenden konnten sie sich wenige Monate später über die längst überfällige
Fertigstellung der Sandfiltrationsanlage zur Trinkwasseraufbereitung freuen. Eine Cholera-Epidemie
gab es bis heute nie wieder in Hamburg!
Dank der bildhaften Schilderungen der drei vortragenden Damen wurde der Nachmittag zu einer
kurzweiligen Zeitreise, auf der die damaligen Verhältnisse und die Bedrohung durch die Cholera
förmlich spürbar wurden. Und das, obwohl das (Tee-)Wasser gründlich abgekocht war!

 

Einträge älteren Datums: 

• Newsletter September 2019 erschienen!

11. September 2019. Der neue Newsletter der Homöopathischen Bibliothek Hamburg (HBH) ist da – mit wichtigen Informationen zur Veranstaltungsreihe “TeaTime”.

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• Newsletter Mai 2019 erschienen!

28. Mai 2019. Der neue Newsletter der Homöopathischen Bibliothek Hamburg (HBH) ist da – mit wichtigen Informationen zum Umzug und zu den Finanzen.

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• Die HBH zieht um!

22. Februar 2019. Die Homöopathische Bibliothek Hamburg (HBH) zieht um – sie bleibt aber im gleichen Gebäude. Der neue Raum AB 207 befindet sich in der 2. Etage des Altbaus der Stabi, schräg über dem jetzigen Raum.

Während des Umzugs ist die HBH von Montag, den 25. bis einschließlich Donnerstag, den 28. Februar 2019, geschlossen. Der erste Öffnungstag im neuen Raum ist voraussichtlich Montag, 4. März 2019.